Endpoint Privilege Management in der Praxis: Lokale Adminrechte gezielt reduzieren

Sebastian Kitzinger / 12. August 2026

Lokale Administratorrechte sind in vielen Unternehmen historisch gewachsen. Mit Microsoft Intune Endpoint Privilege Management lassen sich Rechte gezielter, nachvollziehbarer und sicherer steuern – ohne legitime Arbeitsabläufe unnötig zu blockieren.

Was Endpoint Privilege Management laut Microsoft leistet

Endpoint Privilege Management ist eine Intune-Funktion, mit der Benutzer als Standardbenutzer arbeiten und trotzdem Aufgaben ausführen können, die erhöhte Rechte erfordern. Typische Beispiele sind Anwendungsinstallationen, Treiberupdates oder ältere Fachanwendungen, die zur Ausführung erhöhte Rechte benötigen.

EPM unterstützt dabei Least Privilege und Zero-Trust-Prinzipien, ohne Produktivität grundsätzlich zu blockieren.

Wie EPM grundsätzlich funktioniert

EPM kann Erhöhungen automatisch oder benutzerinitiiert auslösen. Gesteuert wird das über zwei zentrale Richtlinientypen:

Für die meisten Arten der Rechteerhöhung verwendet EPM ein virtuelles Konto, das vom angemeldeten Benutzerkonto getrennt ist. Der EPM-Client wird automatisch installiert, wenn eine Elevation Settings Policy zugewiesen wird.

Ist-Zustand vs. Zielbild

Microsofts empfohlene Deployment-Logik

Die Praxiserfahrung zeigt, dass ein phasenweises Vorgehen für EPM entscheidend ist. Ein harter Entzug lokaler Administratorrechte ohne Datenbasis erzeugt Reibung. Erfolgreiche Projekte beginnen deshalb mit Transparenz und einer strukturierten Analyse bestehender Berechtigungen.

  • Auswertung und Transparenz schaffen
  • Benutzergruppen mit ähnlichen Anforderungen identifizieren
  • Regeln erstellen
  • Überwachen und nachbessern
  • Lokale Administratorrechte überprüfen und reduzieren

 

Technische und organisatorische Punkte vor dem Pilotprojekt

Typische Einstiegsszenarien

  • Informationsarbeiter, die nur selten erhöhte Rechte benötigen.
  • Entwickler oder technische Rollen mit wiederkehrenden, legitimen Sonderfällen.
  • Durch den Support freizugebende Rechteerhöhungen („Support Approved Elevation“) für Dateien, die noch nicht durch bestehende Regeln abgedeckt sind.
  • Rückbau alter Gruppen wie „lokale Admins Fachbereich X".
  • Pilot in einer abgegrenzten Gruppe, bevor lokale Adminrechte breit reduziert werden.
 

Unser Fazit

Endpoint Privilege Management ist einer der greifbarsten Sicherheitsanwendungsfälle im aktuellen Microsoft-365-Umfeld. Das Konzept ist nicht neu. Seit EPM im Rahmen der Microsoft-365-Anpassungen für viele E5-Kunden lizenzseitig zugänglicher geworden ist, lohnt sich die strukturierte Bewertung lokaler Administratorrechte jedoch umso mehr. Richtig eingeführt unterstützt EPM dabei, dauerhafte Administratorrechte schrittweise zurückzubauen, legitime Sonderfälle kontrolliert abzubilden und die Produktivität der Benutzer zu erhalten.

abtis unterstützt beim EPM Readiness Check: Bestandsaufnahme lokaler Adminrechte, Analyse der unterschiedlichen Benutzergruppen und Anforderungen, Regeln für das Pilotprojekt, Freigabeprozess, Kommunikation und Betriebsmodell für kontrollierte Rechteerhöhung mit Microsoft Intune.

Quellen und weiterführende Links

 


Wie viele lokale Administratoren gibt es noch in Ihrem Unternehmen?

Bevor Rechte entzogen werden, braucht es Transparenz. Gemeinsam prüfen wir Ihre aktuelle Situation und entwickeln einen sicheren Fahrplan für die Einführung von Endpoint Privilege Management.

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