Exchange Hybrid: Umstieg auf Graph API und Exchange SE wird Pflicht

EWS-Ende macht Exchange SE zur Pflicht

Daniel Dagenbach / 11. Mai 2026

Microsoft modernisiert hybride Exchange-Umgebungen weiter. Mit dem angekündigten Ende von Exchange Web Services (EWS) in Exchange Online bis April 2027 müssen Unternehmen handeln, die weiterhin lokale Exchange-Server betreiben. Besonders betroffen sind hybride Szenarien mit „Rich Coexistence“-Funktionen wie Free/Busy-Abfragen, MailTips oder dem Teilen von Profilbildern zwischen lokalen und Cloud-Postfächern.

Die zentrale Änderung: Die Kommunikation erfolgt künftig nicht mehr über EWS, sondern über die Microsoft Graph API. Voraussetzung dafür ist Exchange Server Subscription Edition (SE).
 

Was ändert sich?

Bereits 2025 hat Microsoft die erste Phase der Sicherheitsanpassungen umgesetzt: Unternehmen mussten eine dedizierte Exchange-Hybrid-App in Entra ID einrichten.

Jetzt folgt Phase 2: Die bisherigen EWS-Aufrufe werden durch moderne REST-basierte Graph API-Aufrufe ersetzt.

Betroffen sind grundsätzlich alle hybriden Exchange-Szenarien – insbesondere Umgebungen, in denen Postfächer sowohl lokal als auch in Exchange Online betrieben werden.

Ohne die Umstellung stehen hybride Funktionen wie Free/Busy, MailTips oder Profilbild-Synchronisation künftig nicht mehr vollständig zur Verfügung.
 

Die Fristen

Microsoft hat bereits klare Zeitpläne kommuniziert:

  • Oktober 2026: EWS wird standardmäßig deaktiviert
  • April 2027: EWS wird endgültig abgeschaltet

Spätestens bis dahin müssen hybride Exchange-Umgebungen auf Graph API umgestellt sein.
 

Warum Exchange SE wichtig wird 

Die Unterstützung für die neuen Graph-basierten Hybridfunktionen gibt es ausschließlich für Exchange Server Subscription Edition (SE).

Exchange Server 2016 und 2019 erhalten hierfür keine Updates mehr – auch nicht über ESU.

Das bedeutet:

  • Keine Unterstützung für Graph-Hybridfunktionen
  • Wegfall hybrider Funktionen ab April 2027
  • Höhere Sicherheitsrisiken durch alte Versionen

Microsoft macht damit klar: Exchange SE ist künftig der einzige unterstützte Weg für hybride Exchange-Szenarien.
 

Was Unternehmen jetzt tun sollten

1. Exchange prüfen

Unternehmen sollten prüfen:

  • Welche Exchange-Versionen sind im Einsatz?
  • Gibt es noch lokale Postfächer?
  • Werden hybride Funktionen genutzt?

Oft laufen lokale Exchange-Server weiterhin für Verwaltungsaufgaben oder historische Anforderungen.

2. Exchange SE planen

Wer lokale Exchange-Server weiterhin benötigt, sollte frühzeitig auf Exchange SE migrieren.

3. Graph API aktivieren

Nach Installation des aktuellen Exchange SE Hotfix Updates (Mai 2026 oder neuer) muss die dedizierte Hybrid-App aktualisiert werden, um die neuen Graph API-Funktionen zu aktivieren.
 

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Cloud?

Die aktuelle Entwicklung zeigt erneut die Richtung von Microsoft: weg von klassischen lokalen Exchange-Umgebungen hin zu Cloud-Plattformen.

Für viele mittelständische Unternehmen kann jetzt der richtige Zeitpunkt sein, den vollständigen Wechsel zu Exchange Online zu prüfen. Dadurch reduzieren sich:

  • Betriebsaufwand
  • Sicherheitsrisiken
  • Update-Abhängigkeiten
  • zukünftige Migrationsprojekte
     

Fazit

Mit der Abschaltung von EWS entsteht konkreter Handlungsbedarf für hybride Exchange-Umgebungen. Unternehmen mit lokalen Exchange-Servern sollten ihre Infrastruktur jetzt überprüfen und eine klare Strategie festlegen:

  • Upgrade auf Exchange SE
  • Aktivierung der Graph API
  • oder vollständiger Wechsel in die Cloud

Wer frühzeitig handelt, schafft eine zukunftssichere Exchange-Umgebung.


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