Azure Unmanaged Disks werden am 31.03.2026 abgeschaltet

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten.

abtis Gruppe / 25. Februar 2026

Microsoft stellt Azure Unmanaged Disks für virtuelle Maschinen (IaaS-VMs) zum 31. März 2026 endgültig ein. Wer bis dahin nicht migriert, riskiert ab diesem Stichtag harte Betriebsunterbrechungen: VMs mit Unmanaged Disks lassen sich dann nicht mehr starten und Instanzen, die noch laufen oder allokiert sind, werden von Azure gestoppt und deallokiert. Damit das nicht zur ungeplanten Downtime wird, lohnt sich ein strukturierter Blick auf Timeline, Scope, Auswirkungen und den empfohlenen Migrationspfad.

Was ändert sich bei Azure Unmanaged Disks?

Microsoft beschreibt die Abkündigung sehr klar:

  • Stichtag: Unmanaged Disks werden am 31. März 2026 vollständig retired (verlängert von einem früheren Termin).
  • Konsequenz: Nach dem Stichtag können Sie IaaS VMs mit unmanaged disks nicht mehr starten. VMs, die unmanaged disks nutzen und noch „running“ oder „allocated“ sind, werden gestoppt und deallocated.
  • Einordnung: Microsoft positioniert Managed Disks als Nachfolger (weniger Storage‑Account‑Overhead, zusätzliche Funktionen/Verbesserungen) und empfiehlt, die Migration jetzt zu planen.

Wen betrifft das?

Betroffen sind Umgebungen, in denen noch VMs mit unmanaged disks existieren - typischerweise in älteren Subscriptions, Legacy‑Setups oder „gewachsenen“ Azure‑Landschaften. (Die konkrete Betroffenheit ist pro Subscription/Resource‑Stand individuell zu prüfen.)

Microsoft nennt hierfür explizit einen einfachen Ansatz im Azure Portal:
Im VM‑Bereich den Filter „Uses managed disks“ auf „No“ setzen, um die betroffenen VMs innerhalb einer Subscription zu identifizieren. Alternativ kann die Liste über Azure Resource Graph ermittelt werden. 

Was technisch genau betroffen ist

Unmanaged Disks sind im Kern VHDs als Page Blobs in einem Storage Account, die direkt an eine VM als OS- oder Datenträger „angehängt“ sind. Genau dieses VM-Speichermodell wird abgeschaltet. Nicht betroffen sind typischerweise Page Blobs / VHDs, die nicht als VM-Disk attached sind, sondern z. B. als Dateien/Artefakte per API genutzt werden (z. B. Backups/Exports) - entscheidend ist das VM-Unmanaged-Disk-Attachment. 

Praxis-Hinweis: Kritisch sind vor allem „historisch gewachsene“ IaaS-VMs (Classic/ältere ARM-Setups), bei denen Storage Accounts noch aktiv für VM-Disks genutzt werden.

Konkrete Auswirkungen auf Workloads

Für betroffene Systeme ist der Stichtag nicht nur „technisch“, sondern operativ relevant:

  • Start/Restart nicht mehr möglich: Nach dem 31. März 2026 kann eine VM mit Unmanaged Disks nicht mehr gebootet werden. Das betrifft auch geplante Wartungsfenster, Host-Wartungen, Disaster-Recovery-Tests etc.
  • Zwangsstopp laufender Instanzen: Wenn VMs zu diesem Zeitpunkt noch laufen oder allokiert sind, werden sie gestoppt und deallokiert - im Worst Case: Produktionsausfall.
  • Projekt- und SLA-Risiko: Kurzfristige „Notmigrationen“ sind häufig fehleranfällig (IP-Themen, Abhängigkeiten, Wartungsfenster, Change-Prozesse) und erhöhen das Risiko von SLA-Verletzungen.

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

Microsofts Empfehlung ist eindeutig: Migration zu Managed Disks rechtzeitig planen und umsetzen, um Business Impact zu vermeiden. 

Ein pragmatischer Fahrplan:

  1. Bestandsaufnahme: Welche VMs nutzen unmanaged disks? (Portal‑Filter / Azure Resource Graph) 
  2. Migrationsplanung: Zeitfenster, Abhängigkeiten, Priorisierung der betroffenen Systeme.
  3. Umsetzung & Verifizierung: Migration durchführen und danach prüfen, ob alle kritischen VMs migriert sind. (Microsoft weist z. B. bei der VM‑Migration darauf hin, dass Migrationsschritte getestet werden sollten und dass die Migration Wartungsfenster benötigt.)


Für Windows-VMs stellt Microsoft eine konkrete Anleitung bereit, inklusive wichtiger Hinweise (z. B. Testmigration, Wartungsfenster, Neustart).

Empfohlener Migrationspfad: Umstellung auf Azure Managed Disks

Zur Erreichung des Zielzustands stellt Microsoft etablierte Migrationswege bereit, je nach Betriebssystem und Tooling.

Option A: Migration direkt im Azure Portal
Für viele Umgebungen der schnellste Einstieg: VM öffnen → Disks → “Migrate to managed disks” (führt Stop/Start-Sequenzen gesteuert aus)

Option B: PowerShell (Windows-VMs)
Microsoft beschreibt die Umstellung per PowerShell (inkl. Deallocation/Start).

Option C: Azure CLI (Linux-VMs)
Analog gibt es einen offiziellen CLI-Pfad für Linux-VMs – ebenfalls inklusive OS- und Data-Disks.

Wichtige technische Rahmenbedingungen (damit es nicht „knallt“)

Bei der Planung sollten Sie insbesondere diese Punkte berücksichtigen:

  • Downtime einplanen: Die VM muss im Rahmen der Migration typischerweise deallokiert werden (Wartungsfenster!).
  • Availability Sets prüfen: Wenn VMs in einem Availability Set hängen, kann eine vorherige Anpassung/Migration des Sets notwendig sein (abhängig vom Setup).
  • Aufräumen nach der Migration: Nach der Umstellung bleiben alte Artefakte (z. B. Storage Accounts / VHD-Blobs) häufig bestehen und verursachen weiter Kosten, bis sie gezielt bereinigt werden.

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Fazit: Jetzt prüfen und künftig proaktiv bleiben

  • Kurzfristig: Prüfen Sie, ob in Ihren Subscriptions noch VMs mit unmanaged disks existieren, und planen Sie die Migration auf Managed Disks vor dem 31.03.2026
  • Langfristig: Etablieren Sie einen wiederkehrenden Mechanismus, der PlattformÄnderungen & Abkündigungen frühzeitig in Ihren Betriebs und Change-Prozess bringt – genau dafür ist das abtis Managed Azure Cockpit Basis ausgelegt: ‑Änderungen & Abkündigungen frühzeitig in Ihren Betriebs‑ und Change‑Prozess zu überführen

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